Hilft Stilltee?

Generell hätten gerne für ein Problem möglichst immer DIE eine Lösung. Das gilt natürlich auch für stillende Mütter oder solche, die gerne ihr Kind stillen möchten und Sorge haben, dass es genug Milch bekommt, dass die eigene Milch reicht.

Manchmal will die Milch auch einfach nicht so rasch einschießen, wie frau es erwartet. Gerade in den ersten Tagen beim ersten Kind ist die Verunsicherung groß. Nicht nur, dass jeder aus Familie und Umfeld unbedingt seine guten Tipps loswerden möchte, auch die Mutter muss erst einmal lernen, Muter zu sein und gut gemeinte Ratschläge auf ihre Sinnhaftigkeit hin abzuklopfen.

Schläft das Baby, kann frau etwas Zeit für sich nehmen.

Wenn man die ersten Wochen nach der Geburt erst einmal überstanden hat, regelt sich vieles wie von selbst. Der Erfolgsdruck kann aber enorm für die einzelne Frau sein und da kann in der Tat eine leckere Tasse Tee helfen, dass sich die Mutter entspannt. Ist Stilltee lecker? Das muss jede Frau für sich selbst entscheiden.

Ein Stilltee macht noch keine Milch

Der Stilltee “macht” erst einmal keine Milch – er unterstützt die Vorgänge rund um die Milchbildung. Und selbst das ist nicht erwiesen. Jede Frau tickt da anders. Ein Allheilmittel gibt es eben nicht. Die eine schwört auf Malzbier, die andere auf Malzkaffee, noch eine auf alkoholfreies Weizenbier. Wer vor der Schwangerschaft gerne Bier getrunken hat, wird sich freuen, jetzt wieder eines trinken zu können. Natürlich weiterhin bitte ohne Alkohol! Allen Ratschlägen ist gemein: trinken hilft. Und das Anlegen des Säuglings. Daran führt kein Weg vorbei, wenn das Stillen klappen soll! Mit oder ohne Tee, ohne Anlegen kein Erfolg. Und dazu braucht es vielleicht noch mehr als das ritualisierte Teetrinken, einfach etwas Ruhe.

Wie funktioniert das Stillen?

Als erstes muss nach der Geburt das Prolaktin erhöht werden. Das geschieht, wenn die Placentahormone es nicht mehr hemmen. Dieses Hormon ist für die Milchbildung notwendig und das Oxytocin dafür, dass die Milch fließt. Ausgelöst und in Gang gehalten wird dieser Kreislauf auch von Reflexen – die wiederum sehr anfällig sind, weil sie auch etwas mit dem Nervenkostüm des einzelnen Menschen zutun haben. Jede Frau ist eben anders, siehe oben. Gelassenheit hilft. Und vielleicht der Stilltee.

Er enthält als Hauptkomponente Kümmel sowie zu gleichen Anteilen Anis, Fenchel und Melissenblätter. Der Tee verbindet daher die beruhigende Wirkung der Melisse mit der entkrampfenden Wirkung der Kombination von Fenchel-Anis-Kümmel. Ferner ist der Fenchel, vor allem in Kombination mit Anis und Kümmel, in der Volksmedizin bei stillenden Frauen als eine die Laktation (Milchbildung) anregende Substanz bekannt.

Einige Stimmen behaupten, zuviel des Ganzen, sei zuviel des Guten und würde die Wirkung umkippen lassen. Aber die Menge wird selten definiert. Am besten trinkt frau eben nicht nur Tee, sondern auch andere Flüssigkeiten, ganz nach dem Motto, was schmeckt, tut gut.

Wenn es um eine Steigerung der Milchmenge geht, gibt es im Grunde nur ein Mittel: Sie müssen immer möglichst oft anzulegen. Häufiges Stillen steigert die Milchmenge am effektivsten.

Welcher Stilltee ist der beste?

Wer dennoch zu Stilltees greifen möchte, kann sie sich selbst herstellen oder auf Produkte in den Drogeriemärkten zurückgreifen. Bei einem Test der Stiftung Ökotest kamen diese am besten weg, was die Pestizidbelastung der Kräuter anging. Die hochpreisigen Produkte aus der Apotheke dagegen schnitten gar nicht so gut ab.

Gute Frage zum Schluß: Können Männer stillen?

Da auch der Mann über rudimentäre Brustdrüsen verfügt, kann es prinzipiell auch bei Männern zur Bildung von Milch kommen. Alexander von Humboldt berichtete 1799 über einen venezolanischen Bauern, der nach dem Tod seiner Frau sein Kind monatelang gestillt haben soll. Auch bei Männern, die heutzutage weibliche Hormone verschrieben bekommen (z.B. bei Protastakrebs) wurde Milcheinschuß beobachtet. Also können Sie getrost die eine oder andere Tasse Stilltee Ihrem Partner anbieten. Wenn es schon keine Milch bei ihm erzeugt, dann doch bei Ihnen bessere Laune. Denn auch Humor entspannt ungemein.

 
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